EINLEITUNG / POSTEN 3

Vermeiden

Vermeiden heisst vieles. Suffizienz, d.h. weniger konsumieren, ist die effektivste, aber unbeliebteste Methode. Vermeiden kann auch durch Dinge erreicht werden, welche nicht schmerzen, wie Sachen länger nutzen, Dokumente nicht ausdrucken, Geräte nach Gebrauch vom Stromnetz trennen, kurz duschen, Haare lufttrocknen statt föhnen, usw.

Getreu dem Motto «Vermeiden, reduzieren und kompensieren» können wir Verantwortung für unseren eigenen ökologischen Fussabdruck, d.h. auch für unsere CO2-Emissionen übernehmen. Zu den wichtigsten alltäglichen Ursachen schädlicher Emissionen gehören Reisen mit dem Auto oder Flugzeug, aber auch Heizung und Strombedarf sowie das eigene Konsumverhalten. Im Folgenden einige Punkte, wie mit einfachen Massnahmen der eigene ökologische Fussabdruck reduziert werden kann.

Erfahren Sie hier mehr

  • Sich über das eigene Konsumverhalten bewusst werden und sich aktiv zum Kauf entscheiden
  • Mietdienste nutzen, speziell für selten benötigte Produkte.
  • Die Ernährung und das dahinterstehende System hinterfragen. Saisonal und regional einkaufen. Reduktion tierischer Produkte.

Unter Abfallvermeidung (in Anlehnung an Recycling auch Precycling genannt) werden alle Vorkehrungen und Maßnahmen verstanden, die der stofflichen Verwertung, dem Recycling, vorausgehen und dazu dienen, die Menge des anfallenden Abfalls zu reduzieren.

Abfallvermeidung geschieht schon bei der Konzeption und durch das Design von Produkten, insbesondere durch die Auswahl und den Einsatz von Stoffen nach Kriterien der Schadstofffreiheit, der Länge der Nutzungsdauer und der Recyclingfähigkeit auf hohem Qualitätsniveau.

Qualitative Abfallvermeidung

In der qualitativen Abfallvermeidung steht der Mehrfachnutzen, der Verzicht und die Beschränkung im Vordergrund:

  • die zyklische Ressourcennutzung (z.B. Kreislaufwirtschaft, Cradle to Cradle)
  • der Einsatz von Mehrwegsystemen
  • die Konzeption der Produkte für den Mehrfachgebrauch in Produkt-Dienstleistungssystemen (z.B. Leasing, Sharing).

 

Quantitative Abfallvermeidung

Zur quantitativen Abfallvermeidung zählen alle Massnahmen, die von vornherein (also schon bei der Produktion) auf die Verminderung der später anfallenden Abfallmenge zielen wie:

  • die Verringerung der eingesetzten Materialmasse (z.B. dünnwandigere Verpackungsfolien)
  • Lebensmittel unverpackt statt verpackt kaufen
  • die Beschränkung der Anzahl der eingesetzten Stoffe auf nur einen Stoff (für einfache Produkte) oder möglichst wenige Stoffe
  • die Konzeption von Produkten mit langer Gebrauchsdauer für die Wiedernutzung, Weiternutzung mit den Eigenschaften der Reparierbarkeit, Reinigungsfähigkeit, Waschbarkeit, Wiederbefüllbarkeit, usw.
  • die Wiederverwertung von gebrauchten Gütern durch Gebrauchtwarenläden, Flohmärken oder sozialen Institutionen

 

Werden Produkte für eine lange Gebrauchsdauer und für viele Gebrauchsvorgänge hergestellt, so ist die entstehende Abfallmenge im Verhältnis zur Nutzung sehr gering. Werden Produkte dagegen für eine kurze Gebrauchsdauer und womöglich nur für einen Gebrauchsvorgang hergestellt, ist die Abfallmenge im Verhältnis zur Nutzung sehr gross.

Beim Produktdesign müssen umweltschädliche Materialien vermieden werden.

  • das Ersetzen von giftigen oder anderweitig problematischen Stoffen durch Alternativen
  • der Verzicht auf Verbundstoffe im Bau
  • der Verzicht auf Materialien, die keinem Recycling zugeführt werden können und das Überdenken des sinnvollen Einsatzes von Materialien und Ressourcen (wo setze ich welches Material wann ein)

Vermeiden kann auch heissen, die Nutzungsdauer eines Produktes so lange wie möglich auszureizen.

Viele Gebäude werden in der Schweiz heute zum Beispiel bereits nach 30 – 50 Jahren Nutzung rückgebaut. Gebaut wurden die Gebäude aber für mehr als 100 Jahre. Hier sollte überlegt werden, ob die Gebäude nicht saniert statt abgebrochen werden können. Die Verlängerung der Nutzungsdauer ist ein wichtiger Baustein der Ressourcenschonung.

  • Energiesparlampen und LEDs verwenden
  • Das Licht ausschalten
  • Kurz duschen
  • Haare lufttrocknen statt föhnen
  • Geräte im Standby-Betrieb ausschalten
  • Kühlschränke und andere Geräte der Kategorie A+ oder A++ sind wesentlich effizienter als Geräte ohne Energieeffizienzzeichen.
  • Eierkochen mit der Ogi-Methode
  • Stosslüften: Ständig geöffnete Fenster bedeuten beim Heizen einen hohen Energieverbrauch
  • Senkt man die Raumtemperatur um 1 °C, kann man dadurch mindestens 4 Prozent Energie sparen
  • Geringere Waschtemperaturen reduzieren den Energieverbrauch. Mit modernen Waschmitteln werden Ihre Kleider auch bei tiefer Wassertemperatur sauber
  • Energiesparende Programme der Maschinen nutzen
  • Wäsche an der Sonne trocknen
  • Mit aufgelegtem Topfdeckel kochen

  • Öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn oder den Bus nutzen
  • Fahrrad statt das Auto nutzen
  • Aufs Fliegen verzichten. Die Treibhausgasbilanz von Flugreisen weist im Vergleich zu anderen Transportmitteln die mit Abstand höchsten Emissionen auf
  • Voll besetzte Autos haben pro Person einen kleineren Energieverbrauch und verursachen deshalb weniger Emissionen